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Der Hörspaziergang
Vorbereitung:
Es ist eine Wegstrecke auszuwählen, die nicht
nur die akustische Idylle präsentiert, sondern
unseren akustischen Alltag, einen gut ausgewogenen
Wechsel zwischen Laut und Leise, zwischen angenehm
und unangenehm, zwischen reizstark und reizarm.
Da nicht alle Schülerinnen/Schüler
mit verbundenen Augen gehen, sondern jeweils Sehende
nichtsehende Hörende führen, soll an
einer Stelle gewechselt oder der Weg so gewählt
werden, dass beide Gruppen als "Blinde"
den gleichen Weg gehen können. ... Zur Vorbereitung
gehe man mehrfach die Wegstrecke des "Hörspaziergangs"
alleine (und auch in Begleitung) ab, um den Zeitbedarf
zu bestimmen. Die Gehzeit der Schülerinnen/Schüler
mit verbundenen Augen wird etwa viermal so lange
dauern wie die unter normalen Bedingungen gelaufene.
... Man sorge für eine ausreichende Zahl
an Begleitpersonen (Teilungsunterricht, Referendare
oder Eltern). Die Anforderung bei einem Hörspaziergang
ist nicht von einer Begleitperson alleine zu leisten.
Sinnvoll sind mindestens drei Personen: eine vorn
(die stets auch das Tempo "im Auge"
haben sollte), eine in der Mitte (die sich immer
auch entlang der Kinderreihe vor und zurück
bewegt, also viel läuft) und eine dritte
hinten, die den Gang der Gruppe beobachtet und
mit den übrigen beiden Begleitpersonen über
Tempo und Gefahren etc. kommuniziert.
Einweisung:
Die Schülerinnen/Schüler werden gemeinsam
an einem Ort versammelt, der es erlaubt, dass
die folgenden Regeln von allen Schülerinnen/Schüler
wahrgenommen und verstanden werden können:
Die Schülerinnen/Schüler gehen paarweise
und nehmen einander an der Hand bzw. greifen einander
eng unter den Arm (Letzteres vermittelt mehr Sicherheit).
Eine/einer der beiden setzt sich die Augenbinde
auf, die/der andere führt (und zwar nur durch
leichte Bewegungen des eigenen Körpers, nicht
durch Ziehen oder Zerren). Die Führenden
haben die Verantwortung für die "Blinden".
Die "Blinden" müssen so geführt
werden, dass sie nirgends anstoßen. Der
Hörspaziergang ist auch eine Vertrauensübung.
Die Führenden gehen immer an der gefährlicheren
Seite, also z.B. an der Straßenseite oder
an der Seite, auf der sich ein Abhang befindet.
Die Führenden warnen durch Festhalten des
Arms oder durch ein langsameres Gehen (nicht durch
Sprechen!) vor Stufen und dergleichen. Es soll
nicht gesprochen werden, also "Mund zu, Ohren
auf!"
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Durchführung:
Nun folgt die Partnersuche. Die Schülerinnen/Schüler
einigen sich, wer zuerst die Augenbinde anlegt.
Die Führenden helfen den anderen in die Maske
und greifen ihnen unter den Arm. Vor dem Start
sollten alle ruhig geworden sein: "Mund zu,
Ohren auf!"
An einer bestimmten Stelle des Weges, die ausreichend
Platz zur Versammlung der gesamten Gruppe bieten
sollte, werden die Positionen gewechselt: Die
Führenden legen nun die Augenbinden an und
werden von den zuvor "Blinden" geführt.
Es sollten beide Hörspaziergänge gleich
lang dauern und in etwa auch die gleichen Hörerfahrungen
beinhalten, um allen die gleiche Erlebnisgrundlage
für die anschließende Aussprache zu
geben. Diese Aussprache sollte in einem ruhigen
Raum stattfinden, um die Hörerlebnisse noch
einmal Revue passieren zu lassen. Wenn Ihre Aussprache
erst später erfolgen kann, ist es ratsam,
den gesamten Hörspaziergang durch eine der
Begleitpersonen auf Kassette mitzuschneiden, um
ein "akustisches Gedächtnis" zu
haben, das die Erinnerung auffrischen kann. Mögliche
Fragen bei der Aussprache: Was war angenehm und
was war unangenehm? Was war neu und ungewohnt?
Wie klingen Geräusche mit verbundenen Augen?
Welche Geräusche waren schön, welche
weniger schön oder sogar erschreckend? Welche
Geräusche sind euch besonders in Erinnerung
geblieben? Wie fühlen sich Hände und
Füße an, was roch die Nase usw.
Entnommen aus:
Lärm
und Gesundheit
Materialien für die Grundschule
(1. bis 4. Kl.)
144 Seiten, 44 Kopiervorlagen,
1 CD-ROM (auch als Audio-CD verwendbar),
1 Elternbroschüre
Mit Beiträgen von Dr. Johann- Wolfgang Landsberg-Becher,
Kerstin Erhardt, Angelika Erichson, Conny Frühauf,
Prof. Karl Karst,
Ute Matschull-Mesfin, Elisabeth Müller-Heck
und Claudia Schütz. BZgA-Gesamtleitung: Dr.
Eveline Maslon.
Bestellhinweis: Lehrkräfte, Lehramtsstudierende
und Lehramtsanwärter/innen können in
begründeten Fällen kostenlose Einzelexemplare
des Heftes "Lärm und Gesundheit"
Bestell-Nr. 20 390 000) bei der BZgA
anfordern.
Per Post: Bundeszentrale für gesundheitl.
Aufklärung, Schulreferat, Ostmerheimer Str.
220, 51109 Köln
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